Century Media Records - The Number ONE in Metal worldwide


Evocation
Excised And Anatomised (EP)
16.08.2013
LP & Digital Download


Thomas Josefsson
(Vocals)
Vesa Kenttäkumpu
(Guitar)
Marko Palmén
(Guitar)
Janne K. Bodén
(Drums)
Gustaf Jorde
(Bass)


BiographyDiscographyGallery


„Guitars tuned in B-flat since 1991“ so beschreibt Evocation Gitarrist Marko Palmén seine Position in der Geschichte des schwedischen Death Metals. Das ist auch keineswegs übertrieben, denn Evocation waren vor Ort und Stelle als der schwedische Death Metal seinen Höhepunkt feierte. Die Jungs haben einen steinigen Weg hinter sich, löste sich die Band doch 1993 auf und feierte 2005 ein offizielles Comeback, aber wie es so schön heißt, was den Death Metal nicht umhaut, macht ihn nur stärker. Eine Aussage, die sich im Falle Evocation tatsächlich bewahrheitet: Mit nun vier Studioalben inklusive dem neuen brachialen Werk Illusions of Grandeur – ihrem Debüt bei Century Media Records - hat die Band seit ihrer Reunion viel Neues aufzuweisen und sich einen beachtlichen Ruf erarbeitet. Aber wir wollen ja nicht den zweiten Schritt vorm ersten machen und daher geht es nun erst mal zurück zu den Anfängen…

Um den Deal zwischen Evocation und Century Media Records zu feiern, haben sich beide Parteien zusammengeschlossen und Evoked from Demonic Depths - The Early Years, einen ultimativen Rerelease bestehend aus frühen Demos, Live Bootlegs und Bonustracks inklusive einer neuaufgenommenen Version von „Genesis“, einem Song aus dem Jahre 1992, veröffentlicht. Palmén fasst kurz zusammen wie diese Kooperation zustande kam:
„Seit der Reunion im Jahr 2005 haben wir die Jungs und Mädels von Century Media Records auf verschiedenen Konzerten und Festivals getroffen. Evocation war immer als außerordentlicher Live Act bekannt, was wohl auch den Leuten von Century Media gefallen hat. Für uns war der Deal das Beste, was uns passieren konnte, denn Century Media hatte immer tiefe Wurzeln in der Death Metal Szene. Wir haben das Gefühl, dass wir mit diesem Label ein Stück Heimat gefunden haben.“

Für die Jungs, die sich in einer kleinen Stadt in der Nähe von Göteborg 1991 gegründet und nach einem Song von Asphyx benannt haben, war ihre musikalische Richtung während der goldenen Jahren des schwedischen Death Metals, wie für die vielen Bands dieser Zeit, eigentlich bereits vorgegeben. Das Quartett – bestehend aus Sänger Thomas Josefsson, den Gitarristen Vesa Kenttäkumpu und Marko Wacker (Palmén) und Drummer Janne Kenttäkumpu (Bodén)— schrieb innerhalb der nächsten Monate vier Songs und nahm das Demo The Ancient Gate in den Sunlight Studios mit Produzent Tomas Skogsberg im Jahr 1991 auf. The Ancient Gate wurde nicht nur von den Underground Maniacs, sondern auch dem Produzenten selbst als neueste Death Metal Hoffnung aus Schweden gefeiert. Allerdings sollte sich die Kooperation mit Skogsberg nicht wiederholen.

Bereits sieben Monate nach The Ancient Gate kam ein weiteres Demo, die Promo 1992. Diese wurde in den GMP Studios in Borås, der Heimatstadt von Evocation, aufgenommen. Die Promo 1992 bot eine Kombination aus dem brutalen, punkigen „Stockholm Sound“ und dem melodischeren „Göteborg Sound“. So prägten Evocation quasi den „Stockburg Sound“, ein Neologismus, der die verschiedenen Soundelemente der Band absolut passend umschreibt.
Es folgten großartige Kritiken und ein großes Interesse seitens der Labels, doch bandinterne Querelen über die musikalische Ausrichtung führten 1993 zur Auflösung der Band.

11 Jahre später setzten sich die weiterhin musizierenden Mitglieder zusammen, um den laut Thomas Josefsson „156. Versuch einer Reunion“ - wenn auch nur für einen Gig – zu diskutieren. Aber Evocation 2.0 wollten nicht recht in die Gänge kommen. Die Wiederveröffentlichung der Demos durch Breath of Night Records, einem Unterlabel von Merciless Records und Vesas Begeisterung für das At The Gates Meisterwerk Slaughter of the Soul brachten dann den Stein ins Rollen. Es dauerte zwei Jahre, aber das von Janne, Vesa, Marko, Thomas und ihrem neuen Bassisten Martin Toresson selbst-veröffentlichte Demo 2006 war dann der erhoffte Befreiungsschlag und Auftakt zur neuen Ära der Schweden.

Palmén erinnert sich: „Als wir uns im Sommer 2005 trafen, war der Plan einfach die Demo Tracks von 1992 zu spielen, um zu schauen, wie es so klappen würde und ob uns das Zeug überhaupt noch Spaß machen würde. Da überkam uns das Feeling der frühen 90er, es war einfach wie früher. Danach ging alles ganz schnell, wir entschieden uns, nicht einfach nur die Demostücke zu zocken, schrieben neue Songs und gingen plötzlich als Support von Cannibal Corpse auf große Europa Tour, spielten Festivals inklusive dem Wacken und kamen zu dem Schluss: Wir machen so lange weiter, bis wir keinen Spaß mehr daran haben.“

Evocation schafften das kleine Wunder, ihren so genannten „Stockburg Sound“ wiederzubeleben und zu modernisieren ohne anbiedernd zu klingen und fanden einen Partner in dem deutschen Underground Label Cyclone Empire. Die erste Scheibe der drei fix aufeinander folgenden Studioalben erschien im Jahr 2008. Tales from the Tomb weckte mit seinem Killer-Artwork von Dan Seagrave Erinnerungen an die gute Tradition bodenständigen schwedischen Death Metals. Auf den folgenden Alben Dead Calm Chaos (2008) und Apocalyptic (2010) zeigten sich die Schweden weiter in Höchstform und spielten sich in die Herzen der Fans, weil sie nicht im klassischen Schwedensound der alten Tage stecken blieben, sondern auch mit frischen Ideen und Spielfreude aufwarten konnten.

Das neue Album Illusions of Grandeur ist die konsequente Fortsetzung von Apocalyptic und Tracks wie der mitreißende mit Amon Amarth Groove gespickte Stampfer „Divide and Conquer“, das wuchtige „Perception of Reality“ und schlichtweg brillant komponierte „The Seven Faces of God“ zeigen die Stärken der Band: Melodie, Groove und Brutalität, die sich geschickt gepaart zu einer packenden Death Metal Attacke formieren. Illusions of Grandeur ist auch die erste Scheibe mit Bassist Gustaf Jorde, der Anfang des Jahres Martin Toresson ersetzt hat.

Aufgenommen, abgemischt und produziert in den IF Studios und den bandeigenen Evocation Studios von Roberto Laghi (In Flames) ist Illusions of Grandeur ein weiteres gutes Beispiel, dass Evocation wissen, wie man Death Metal zu machen hat – mit Blut, Schweiß und Entschlossenheit. Auf Dead Calm Chaos konnte man mit Anders Björler und Dan Swanö bereits einige Gastmusiker hören, nun gibt sich Johan Hegg (Amon Amarth) bei „Into Submission“ die Ehre. Außerdem arbeiteten Evocation für Illusions of Grandeur erneut mit Michael Xaay Loranc, der bereits das Artwork für Apocalyptic entworfen hatte, zusammen und schufen damit einen echten Hingucker für Freunde stilvoller, handgemachter Death Metal Cover.

Illusions of Grandeur wird am 21. September über Century Media Records erscheinen und ihr dürft Marko absolut Glauben schenken, wenn er sagt: „Ich finde, dass das neue Album am Ehesten die Essenz von Evocation repräsentiert.“

2012 von Chris Dick