Century Media Records - The Number ONE in Metal worldwide


NecroWretch
Bestial Rites 2009-2012
18.10.2013
CD & Digital Download


Vlad
(Guitars, Vocals)
Amphycion
(Bass)
Desecrator
(Live Drums)


BiographyDiscographyGallery
„Dieser Old School Death Metal Tag bedeutet mir gar nichts, denn wir sind keiner von diesen unzähligen Entombed-Klonen, die nur ihre Vorfahren kopieren. Falls Old School sich aber auf das Spielen von Musik, die man wirklich fühlt und die sämtliche Trends und kommerziellen Gedanken ignoriert, bezieht, jau, dann kann man auch uns als Old School bezeichnen. Meiner Meinung nach zocken wir einfach Death Metal, putrid Death Metal, wenn man so will,“ erklärt NECROWRETCH Frontmann und Mastermind Vlad seine Definition der französischen Formation. Er weiß, was er will, und lässt nichts zwischen ihn und seine künstlerische Vision kommen. Er war nie einer von den Teenies, die die Gitarre in die Hand nahmen, um Mädels zu beeindrucken und maximale Anerkennung zu erreichen, Vlad kannte nur einen Grund: Er wollte seinem absoluten Lieblingsalbum – Death’s unsterbliches Debüt „Scream Bloody Gore“ nacheifern. „Ich fing mit Bands wie Iron Maiden an, als ich sieben war, weil mein Bruder Metal hörte und entdeckte dann mit zwölf „Painkiller“ in seiner Sammlung und fand damals, dass es das schnellste und energetischste Zeug war, das ich je gehört hatte. Danach tastete ich mich an extremere Sachen ran, hörte viel Black Metal und stieß dann auf das erste Death Album, welches mein Leben komplett umkrempelte und von dem ich auch heute noch völlig begeistert bin. An dem Tag schwor ich mir, wenn ich eine Gitarre in die Hand nehmen würde, dann nur um Gigs zu spielen und Leute zu treffen, die einen ähnlichen Spirit haben und um eines Tages mein eigenes „Scream Bloody Gore“ zu schreiben.“

Mit einem derartig großen Ziel im Kopf nahm er knapp sechs Monate nach dem Erwerb einer 6-Saitigen erste Songs auf dem Computer auf und suchte einen Drummer. Das erste Ergebnis war das 2009er Demo „Rising From Purulence“. Zwei Monate später spielte das Duo im Proberaum vor einigen Freunden, darunter auch Basser Amphycion, der von der „barbarischen Performance“ der Beiden dermaßen angetan war, dass er Vlad seine Dienste anbot. Als Trio folgten einige Gigs und ein weiteres Demo bereits im Juli 2009.

Trotz der lebendigen Undergroundszene und Kontakte des belgischen Labels Detest Records, die auch die NECROWRETCH Demos auf Tape veröffentlichten, merkte Vlad erst relativ spät, dass altmodischer Todesmetall durch Bands wie Morbus Chron, Putrid, Repuked wieder populärer wurde und zu seinen Anfängen zurückging. „Ich kannte zwar französische Old School Verfechter wie Herpes oder Affliction Gate, aber in der südfranzösischen Kleinstadt, wo ich wohnte, kriegte ich von der Rückkehr „echten“ Death Metals wenig mit. Mein Grund, diese Musik zu machen, ist und bleibt „Scream Bloody Gore“, das mir eine komplett neue Dimension eröffnete und mit meinen Sachen reagierte ich auch auf diesen ganzen zu Tode getriggerten und digitalen Pro-Tools Sound, der mich einfach überhaupt nicht ansprach. Alle standen plötzlich tierisch auf diese Bands, ohne Ahnung von den Anfängen des Genres zu haben und das hat mich wahnsinnig gemacht. Außerdem hasse ich es, Teil der Norm zu sein und folgte daher automatisch meinem eigenen Pfad.“

Mit der Einladung zum Killtown Deathfest 2010 in Kopenhagen bekamen NECROWRETCH die Chance, nicht nur ihre ganzen Szenebekannten zu treffen, sondern merkten anhand des positiven Feedbacks, dass sie durchaus eine beachtliche Anzahl an Unterstützern hatten. „Wir kannten jede Menge Leute bereits durchs Netz und es war wie eine Familienfeier. Wir spielten dort, obwohl wir nur zwei Demos draußen hatten und sahen, dass Leute an NECROWRETCH glaubten und das motivierte uns, doppelt so hart zu arbeiten, um voran zu kommen.“ Die Band blieb ihrem Underground Ethos treu und veröffentlichte die Mini LP „Putrefactive Infestation“ sowie die „Now You’re In Hell“ EP auf Detest Records und konnte sich an weiterem Zuspruch aus der Szene erfreuen.

Mit Drummer Desecrator (Perversifier) eröffneten NECROWRETCH dann die „Deathhammer“ Release Party ihrer zukünftigen Labelkollegen Asphyx im März 2012 in Essen und spielten einen wütenden und bösartigen Auftritt. Century Media Records hatten die Band schon länger verfolgt und nahmen die Franzosen offiziell unter Vertrag. „Es hat die Metalszene bereits sehr überrascht, als wir die zu dem Zeitpunkt noch recht unbekannte Band Sonne Adam aus Israel unter Vertrag genommen haben,“ sagt Jens Prüter, Head of A&R bei Century Media Europa. „Wie vor einem Jahr kann ich nur noch mal betonen, dass es einzig und allein auf die Qualitäten einer Band ankommt. Außerdem ist es bei uns seit langem Tradition Death Metal Newcomer unter Vertrag zu nehmen. Bands wie Grave, Morgoth oder Asphyx hatten gerade einmal ein paar Demos draußen, bevor sie vor über 20 Jahren zu uns kamen. Also lasst uns mit der nächsten Generation weitermachen und NECROWRETCH herzlich willkommen heißen! Die „Putrefactive Infestation“ 12” lief bei mir mehrere Monate in Dauerrotation und ich bin mir sicher, dass das kommende Album genau so brutal und heavy wird! NECROWRETCH halten die Death Metal-Fahne in Frankreich ganz hoch und Bands wie Massacra, Aggressor oder Mercyless können stolz sein, würdige Nachfolger gefunden zu haben!“

Das erste Resultat dieser Partnerschaft ist das Album „Putrid Death Sorcery“, das wenig mit dem durchschnittlichen retro-Death Metal gemein hat. Aufgenommen an zehn Tagen im Sommer 2012 in Brüssel mit Phorgath von Enthroned und visuell veredelt mit einem Artwork von Milovan Novakovic, der seit dem ersten Demo mit der Band zusammen arbeitet, gibt es darauf elf Songs (neun neue, zwei neu aufgenommene Demo-Tracks) zu hören, die von Session Drummer Mörkk (Aldaaron, Sanctuaire) eingeholzt wurden. Die Scheibe erscheint fast auf den Tag genau mit der Bandgründung vor fünf Jahren und Vlad ist sichtlich stolz auf sein Debüt und verbindet damit folgende Botschaft: „Dieses Album ist nicht nur all denjenigen gewidmet, die uns seit den Anfängen mögen und dem „echten“ Death Metal frönen, sondern auch einigen Black Metallern da draußen, denn im Gegensatz zu unseren frühen Sachen klingen wir nicht mehr stark nach Autopsy oder Nihilist, sondern haben einen eigenständigen, fiesen Sound, der schwer in eine Schublade passt. Merciless und Grotesque, die Besessenheit südamerikanischer Kultkapellen sowie beim Opener gar eine Portion Marduk hört man bei uns auch. All das zusammen ergibt unterm Strich NECROWRETCH!“

Auch inhaltlich gibt es bei „Putrid Death Sorcery“ einen (blut-)roten Faden, der aber wesentlich abgefuckter ist als bei ordinären Konzeptalben: „Die Texte sind nicht wie ein King Diamond Opus angelegt mit einer ausgefeilten Story und verschiedenen Charakteren, aber dennoch geht es thematisch fast durchgängig um eine andere, verzerrte Realität, in der ein ehemaliger Priester namens „the necrowretch“ oder „the priest of doom“ durch die Welt streift, um Seelen zu pervertieren, anstatt sie zu retten.“

Aber wieder zurück in die Wirklichkeit: Das Deathkult Festival in Leipzig im kommenden Mai steht bereits fix auf dem Terminplan, ihre Jobs haben sie aufgegeben und nun werden sich Vlad und Amphycion plus Live Drummer Desecrator voll auf die Band konzentrieren, um so viele Bühnen wie möglich zu zerstören. Seid also vorgewarnt, „Putrid Death Sorcery“ ist nur der Anfang…

Olivier “Zoltar” Badin (November 2012)